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7 Tipps für ein entspannteres Familienleben
Unser Familienalltag ist nicht immer still oder perfekt. Sieben kleine Entscheidungen geben ihm trotzdem einen Rhythmus, nehmen Druck heraus und schaffen mehr Ruhe füreinander.

Es gibt Tage, an denen unser Haus alles andere als still ist. Die Große trägt gerade keine Hose und weigert sich vehement, von Papa die Haare gekämmt zu bekommen. Die Kleine möchte nur bei Mama auf den Arm. Unter dem Esstisch liegen noch die Brotbrösel vom Frühstück, auf der Terrasse steht immer noch das Töpfchen, das seit gestern niemand weggeräumt hat, und aus der Küche piepst gerade der Timer: Das Brot will aus dem Ofen.
Von außen würde in diesem Moment wahrscheinlich niemand behaupten, dass unsere Familie entspannt wirkt. Und trotzdem fühlt sich unser Alltag heute ruhiger an als noch vor ein paar Jahren. Nicht, weil wir weniger zu tun hätten. Nicht, weil unsere Kinder einfacher geworden wären. Und ganz bestimmt nicht, weil bei uns immer alles nach Plan läuft.
Stattdessen haben wir nach und nach Entscheidungen getroffen, die unserem Alltag einen Rhythmus geben und uns als Familie zur Ruhe kommen lassen. Kleine Veränderungen, die für sich genommen unscheinbar wirken, zusammen aber einen großen Unterschied machen.
Die Dinge, die ich in diesem Artikel mit dir teile, sind keine Regeln. Sie sind keine Garantie für einen stressfreien Familienalltag. Es sind Gewohnheiten und Überzeugungen, die unser Leben als Familie leichter machen. Vielleicht ist auch für dich der eine oder andere Gedanke dabei.

1. Systeme statt To-dos
Ich habe gerne einen Plan und mag es, wenn ich am Montag schon weiß, was diese Woche auf unsere Familie zukommt. Das bedeutet allerdings nicht, dass ich jede freie Minute ausfülle und durchtakte. Im Gegenteil. Genauso wie ich die Routine liebe, genieße ich auch Spontanität. Für mich funktioniert das allerdings erst, wenn ich weiß, dass die wichtigsten Dinge einen fixen Platz in unserer Woche haben.
In unserer Familie habe ich deshalb ein System mit festen Ankern eingeführt: Montag ist mein Reset-Day für alles, was am Wochenende liegen geblieben ist. Dienstag passiert unser Wocheneinkauf. Sowohl ich als auch mein Mann haben geblockte Zeiten für die eigene Me-Time. Außerdem plane ich fixe wiederkehrende Termine ein, zum Beispiel den Oma-Nachmittag oder den monatlichen Besuch in der Bücherei.
Dieses System nimmt mir jede Menge kleiner Entscheidungen im Alltag ab. Ich muss mir nicht auf meine To-do-Liste schreiben, dass ich die Blumen gießen oder die Wäsche machen sollte. Ich weiß, an welchem Tag das passiert, und stresse mich die restliche Woche nicht damit.
2. Menüplanung spart Nerven
Ich weiß schon, es ist ein leidiges Thema. Aber bitte: Hear me out! Lange Zeit war mein täglicher Nemesis die Frage „Was gibt’s heute zu essen?“. Erst als ich angefangen habe, am Montag einen Menüplan für die kommende Woche zu erstellen, hat sich dieses Debakel für mich aufgelöst.
Ich weiß, welche Zutaten ich auf die Einkaufsliste setzen muss, was wir im Kühlschrank haben und was zeitnah aufgebraucht werden muss. Mein Gamechanger war eine einfache Excel-Liste. Daraus ist mit der Zeit eine Menürotation entstanden, die heute fast von alleine funktioniert.
Die Idee ist ganz einfach. Meine Gerichte werden zu vier Themengebieten gruppiert – bei uns: Mediterran, Orient, Balkan und Comfort. Jede Woche startet ein neues Thema. Wie genau das funktioniert, erzähle ich dir gerne in einem separaten Beitrag.
3. Spielen und spielen lassen
Wir besitzen ganz bewusst nicht unendlich viele Spielsachen. Ein Teil wird regelmäßig weggeräumt und später wieder hervorgeholt. Dadurch fühlt sich Bekanntes wieder neu an. Batteriebetriebenes Spielzeug gibt es bei uns kaum, Medien ebenfalls nur sehr begrenzt – aktuell begleitet uns hauptsächlich der Tiptoi-Stift.
Ich habe festgestellt: Kinder profitieren von weniger Auswahl und mehr Zeit.
Eine Weile dachte ich, ich müsste den Tag für meine Kinder interessant gestalten. Noch ein Ausflug. Noch ein Bastelprojekt. Noch eine Beschäftigung. Heute beobachte ich lieber.
Wenn eines meiner Kinder völlig im Spiel versunken ist, brauche ich nichts hinzuzufügen. Meine Aufgabe ist dann nicht, das Spiel besser zu machen, sondern es möglichst nicht zu unterbrechen.
Ich glaube, wir Erwachsenen reißen Kinder oft aus genau den Momenten heraus, in denen sie am glücklichsten sind.
Dazu mein Lieblingsbeispiel: Als meine Große noch ein Baby war und gerade sitzen konnte, gab es mal genau so eine Situation bei uns im Garten. Wir saßen auf der Wiese, sie spielte mit irgendwelchen Förmchen, die Sonne schien und eine leichte Brise wehte. Sie war im Flow. Anstatt sie einfach noch ein paar Momente machen zu lassen, habe ich mit der allerbesten Absicht versucht, ihr das Drumherum noch ein wenig angenehmer zu machen. Ich habe sie also mit besagten Förmchen zwanzig Zentimeter umgesetzt, damit sie im Schatten sitzen kann.
Puff. Aus und vorbei. Die Förmchen waren nun überhaupt nicht mehr interessant und ihre Laune war im Keller.
Erst als ich abends mit meinem Mann über die Situation geredet habe, wurde mir klar, was ich da eigentlich angestellt habe. Manchmal ist das größte Geschenk, das wir unserem Kind machen können, einfach nicht einzugreifen.

4. Kinder sind waschbar
Matschehände, nasse Hosen, Farbe, Mehl oder Grasflecken sind selten ein Problem und gehören für mich zur Kindheit dazu. Sie sind meistens ein Zeichen dafür, dass gerade etwas Wichtiges passiert: Ein Kind entdeckt die Welt.
Natürlich gibt es Grenzen. Niemand muss absichtlich das Sofa bemalen. Aber ich möchte nicht ständig eingreifen, nur weil Kleidung schmutzig werden könnte. Eine Waschmaschine haben wir ohnehin. Kindheit lässt sich nicht nachholen.
5. Bitte zu Tisch
Gemeinsame Mahlzeiten sind für uns mehr als bloß Nahrungsaufnahme.
Mein Mann arbeitet von zu Hause aus. Deshalb schaffen wir es oft, mittags und abends gemeinsam am Tisch zu sitzen. Wir erzählen uns, was wir schon erlebt haben oder später noch vorhaben. Wir lachen, diskutieren, decken gemeinsam den Tisch und räumen danach wieder ab.
Unsere Große wechselt währenddessen ständig den Platz und probiert am liebsten von den Tellern der anderen. Unzählige Male ist mein Essen kalt geworden, weil die Kleine untröstlich war und sich nur bei mir auf dem Arm beruhigen konnte. Trotzdem sind diese Momente für mich unbezahlbar.
Ich glaube, viele Familien warten auf den besonderen Ausflug oder das freie Wochenende. Dabei entstehen viele der Erinnerungen, die ich meinen Kindern mitgeben möchte, genau hier: an einem ganz normalen Dienstag, zwischen einer halb aufgegessenen Karotte und einem verschütteten Glas Wasser.

6. Es braucht ein Dorf
Ich bin der Meinung, dass Familie genau dafür da ist, sich gegenseitig zu unterstützen. Wenn Oma mit den Kindern spazieren geht, Freunde uns Essen vorbeibringen oder jemand kurz aufpasst, nehme ich diese Geste dankend an.
Früher hatte ich oft das Gefühl, alles alleine schaffen zu müssen. Heute weiß ich: Hilfe anzunehmen macht mich nicht weniger kompetent. Es macht unseren Alltag leichter und schenkt uns Zeit.
7. Hausarbeit ist Familiensache
Schon sehr früh war mir als Mama wichtig, dass ich keine Hausarbeit mache, während die Kinder schlafen. Meine Kinder wissen, dass Aufräumen, Kochen, Wäschewaschen und Putzen zu einem sauberen und ordentlichen Zuhause dazugehören und nicht plötzlich während ihres Nickerchens die magische Aufräumfee kommt.
Meine Große liebt es, mir bei diesen alltäglichen Dingen zu helfen. Sie wäscht und schnippelt Gemüse, gießt die Blumen, holt Vorräte aus dem Keller, räumt den Spüler ein oder hilft beim Wäschesortieren. Vieles dauert oft länger. Manchmal muss ich hinterher trotzdem selbst Hand anlegen. Aber sie lernt dabei neben den Haushalt-Skills vor allem eines: Selbstwirksamkeit.
Der unendliche Stolz in ihren Augen, wenn sie etwas alleine geschafft hat, lässt sich nur schwer in Worte fassen. Und die ungläubigen und anerkennenden Blicke von anderen, die sehen, wie geschickt und selbstsicher eine Dreijährige durchs Leben geht, sind Balsam für meine Mama-Seele. 😉

Vielleicht hat dich der eine oder andere Gedanke bestätigt. Vielleicht gibt es auch Dinge, die bei euch ganz anders funktionieren. Jetzt bin ich neugierig: Welche Gewohnheit hat euren Familienalltag spürbar ruhiger gemacht?

